«Natürlich ist es ein Spiel. Natürlich wird es ernst.
Sonst wäre es ja kein Spiel.» Daniel Mezger, Balkanmusik

Balkanmusik

Ein Roadmovie in den Osten

Drei Musiker reden sich den Osten herbei. Getrieben von dieser seltsamen Sehnsucht nach Versehrtheit und nach echten Problemen kommen sie an in ihrem Balkan. Und werden dort von einer Rebellenorganisation entführt. Der Grund: Sie sollen ihnen eine Revolutionshymne schreiben? Die drei Musiker sind jung, politisch engagiert und erfolglos. Gerne wären sie selber Rebellen, gerne möchten sie mit ihrer Musik gegen das System ansingen, gerne hätten sie etwas zu sagen. Ihrem Möchtegern-Rebellentum stehen plötzlich die echten Rebellen gegenüber. Was die wollen, wird durchgesetzt. Notfalls mit Gewalt. Verlockend, aber garantiert nicht politisch korrekt. Den Kapitalismus und die Globalisierung abschaffen, dass will auch die Band, aber so greifbar und konkret hat man sich das dann doch nicht vorgestellt. Plötzlich gibt es ganz reale Feinde oder Verbündete. Und dann gibt es da ja auch noch die schöne Tochter des Rebellenchefs...

Die Komödie von Daniel Mezger und WELTALM hält unserer westlichen Aufgeklärtheit einen Spiegel vor: Was soll man mit dem Imperativ «etwas zu sagen haben müssen» anfangen? Wie kann man heutzutage politisch sein? Wie geht das: Gegen den Kapitalismus ansingen?


Text: Daniel Mezger. Regie: Manuel Bürgin. Dramaturgie: Daniel Mezger. Spiel: Tomas Flachs Nobrega, Doro Müggler, Dominique Müller, Michael Rath. Musik: Ensemble. Ausstattung & Grafik: Sibylla Walpen, Licht & Technik: Andy Giger, Ilana. Produktion: MTLangenstein/Schnyder.

Eine Ko-Produktion von Weltalm Theater mit dem Schlachthaus Theater Bern und der Roten Fabrik Zürich.